Inhalt
1. Die aktuelle Lage
2. Die Geschichte der Rieselfelder
3. Das Konzept newPark
4. Die Argumente gegen den newPark
5. Weitere Informationen

 

 

1. Die aktuelle Lage

Die Stadt Datteln will den newPark, mit aller Macht. Der Rat der Stadt Waltrop hat sich eindeutig gegen den Bau des newParks und der damit verbundene Zerstörung der Rieselfelder ausgesprochen.

New Park

Geplant sind zwei Bauabschnitte auf Dattelner Stadtgebiet. Bei einer Brutto-Fläche von 270 ha Ackerland entstehen 136 ha zu vermarktende Fläche. Dabei sind Einheiten größer als 10 ha im nördlichen Bereich für eine großindustrielle (?) Nutzung geplant. Im südlichen Teil sollen Flächen zwischen 3 und 10 ha für produzierendes Gewerbe und gewerbliche Unternehmen als Ergänzung des Kernbereiches entstehen.

Ab 2010/2011 soll die Vermarktung beginnen. Mehrfach wurde das Projekt vorgestellt, aber es gibt immer noch keinen Interessenten. Erste Ansiedlungen sollen 2013 möglich sein. Bisher war der Bau der B474n immer eine wichtige Voraussetzung für die Erschließung der Flächen. Diese Straße wird 2013 definitiv nicht gebaut sein.

Es ist still geworden um den newPark. Ohne Straße keine Erschließung, ohne Interessenten keine Arbeitsplätze für die Region. Die ehemals genannte Zahl von 10.000 bis 12.000 neuer Arbeitsplätze ist reine Utopie, der ehemals angepeilte Start zwischen 2004 und 2006 Geschichte. Die Stadt Datteln und die IHK werben noch immer für ihr Prestige-Objekt, haben sich aber inhaltlich mittlerweile von den Aussagen des newPark-Konzeptes (siehe unten) weit entfernt. Jeder, der sich mit Wirtschaftsförderung beschäftigt, weiß, dass hier höchstens eine großes Gewerbegebiet entstehen kann. Viele der möglichen neuen Betriebe wären Umsiedlungen von anderen Standorten und keine Neuansiedlungen. Der Boom an Arbeitsplätzen in der Region bleibt somit aus. Eine Nutzung der ehemaligen Montan-Standorte im Ruhrgebiet gelingt bereits jetzt nicht, und freie Industrieflächen gibt es mehr als genug. Der newPark bleibt ein Traum oder besser: ein nicht realisierbarer Albtraum.

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2. Die Geschichte der Rieselfelder

Ihren Namen haben die Rieselfelder von Berieselungsanlagen, die um die Jahrhundertwende durch die Stadt Dortmund auf fast unbenutztem Heideland baute. Dadurch wurde eine intensive landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes möglich. Die Rieselfelder wuchsen zu einem der wichtigsten Gemüseanbaugebiete der Region.

1976 kaufte die VEW die gesamte Fläche von der Stadt Dortmund. Sie plante den Bau vom Atom- und Kohlekraftwerken. Großer Druck im öffentlichen und politischen Bereich ließen eine Realisierung nicht zu. Aus der Bürgerinitiative „Umweltschutz Waltrop“ bildete sich 1979 die Grüne Liste Waltrop (GLW), seit dieser Zeit auch im Stadtrat vertreten.

Ende des Jahres wollte die Firma „Heidelberger Druckmaschinen“ (HDM) eine Niederlassung in den Rieselfeldern bauen. Doch die Firma siedelte sich in den neuen Bundesländern an.

Seit 1978 ist die gesamte rund 1.000 ha große Fläche der Rieselfelder im Landesentwicklungsplan (LEP VI) als Gebiet für Großvorhaben und als Standort für ein Kraftwerk dargestellt. 1994 wurde der Grenzwert für einzelne Ansiedlungen in diesem Gebiet auf 80ha festgesetzt.

Im August 2000 schließlich wurde bekannt, dass sich die Städte Waltrop und Datteln um die Ansiedlung eines neuen BMW-Werkes bemühten. Die Ausmaße der Planung sowie alle Presseveröffentlichungen zu diesem Thema finden sie unter www.b474n.de/bmw/index.html. Doch auch BMW bevorzugte einen subventionierten Standort im Osten.

Durch die Aussicht, BMW ansiedeln zu können, wurde schnell der Ruf nach einer verkehrstechnischen Anbindung der Rieselfelder laut. So kamen die aktuellen Planung zur B474n auf den Tisch (siehe B474n).

Nach der Absage von BMW stellte die IHK unverzüglich ihr Konzept newPark vor. Fast hatte man das Gefühl, nur auf das Nein von BMW gewartet zu haben, um dieses Konzept endlich realisieren zu können.

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3. Das Konzept newPark

Das Konzept des newPark stammt von der ARCADIS Trischler & Partner GmbH, Darmstadt. Bei einem Wettbewerb der IHK erhielt es von der Wettbewerbsjury die besten Noten. Hier die Eckpunkte des Gewinner-Vorschlags:

Parkmanagement
Die newPark-Betreibergesellschaft wird als Aktiengesellschaft gegründet und erhält erweiterte Zuständigkeiten. Aktionäre in der Startphase können die Grundstückseigentümer, Kommunen, das Land NRW und ansiedlungswillige Unternehmen sein. Unter der Aktiengesellschaft werden drei operative Gesellschaften gebildet.

Flächenentwicklung
Unternehmen müssen die benötigten Grundstücke nicht erwerben, sondern können Pachtverträge abschließen. Die Flächen dürfen nur minimalen Nutzungsbeschränkungen unterliegen und sind durch großzügige Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Die
Steuerung der Gesamtlayouts erfolgt durch das Parkmanagement. Altlastenflächen sind ein Investitionshemmnis und für das newPark-Konzept ungeeignet. newPark profitiert vom Know-how bestehender Einrichtungen zur Beschleunigung von Planungsverfahren.

Steuern und Finanzen
Die Gewerbesteuerhebesätze sollen erheblich reduziert und zinsfrei gestundet werden. Auf Grund von Fondsmodellen, Leasing- und Pachtverträgen für Grundstücke und Gebäude entfällt die Grunderwerbssteuer. newPark entwickelt sich durch eigene
Mittel. Die Flächeneigentümer bringen ihre Flächen als Sacheinlage ein und tragen über den Planungswertzuwachs zur Finanzierung von newPark bei.

Beschäftigung und Tarife
newPark nutzt flexible Arbeitsverträge und Zeitarbeit. Das Parkmanagement übernimmt auf Wunsch der ansässigen Unternehmen die Personalüberlassung und deckt den Personalbedarf in unregelmäßigen oder zyklischen Spitzen.

Vermarktung
Das Vermarktungskonzept von newPark baut auf einen Branchenmix auf und stützt sich auf Leitlinien. Die Unternehmen stehen im Mittelpunkt und werden vor, während und nach der Ansiedlung optimal betreut. Die Unternehmen sind die Nutznießer von newPark und den angebotenen Dienstleistungen und können sich so auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Quelle: Wirtschaftsspiegel (Zeitschrift der IHK Münster), 10/2000

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4. Die Argumente gegen den newPark

Steuereinnahmen für die Stadt
Es wird keine zusätzlichen Steuerneinnahmen für die Stadt Waltrop durch den newPark geben. Die Betreibergesellschaft wird ihren Sitz nicht in Datteln oder Waltrop haben, also auch hier keine Steuern bezahlen. Bei Ansiedlung neuer Betriebe zahlen diese nach Untersuchungen der IHK (!) sowieso etwa 9,7 Jahre lang keine Gewerbesteuer. Nebenbei, auch Waltrops größter Arbeitsgeber, die Firma Thiemann, zahlt schon viele Jahr keine Gewerbsteuer mehr in die Stadtkasse!

Arbeitsplätze
Sicherlich sind neue Arbeitsplätze in der Region eine Wohltat für alle Städte. Aber ob die Waltroper nach Norden oder nach Süden zur Arbeit fahren, ist doch eigentlich egal. Eine entsprechende Ansiedlung auf dem Brachgelände in Dortmund-Ellinghausen, auf dem alten Hoesch-Gelände oder einer der weiteren zahlreichen Industriebrachen im Ruhrgebiet eignet sich ebenso gut für die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Warum müssen dafür 1.000 ha landwirtschaftliche Fläche, die nicht nur der Bevölkerung von Waltrop oder Datteln als Naherholungsgebiet dienen, geopfert werden? Warum müssen landwirtschaftliche Betriebe für eine solches Projekt zerstört werden? Warum schafft man erst Arbeitslose, um eventuell dann neue Arbeitsplätze zu schaffen?
Die Arbeitsplätze im Modell newPark werden unter dem jetzigen sozialen Standards und den bekannten Tarif liegen.

Pendler
Waltrop ist eine Stadt der Pendler. Dies ist durch die Erweiterung der Stadt so entstanden. Viele Neubürger, die in Waltrop bauten, waren vom Reiz dieser lebens- und liebenswerten Stadt als „Wohnstadt im Grünen“ fasziniert. Sie alle kamen im Bewusstsein, ihren Arbeitsplatz hier nicht zu finden. Und sie hatten einen festen Arbeitsplatz und brachten so der Stadt durch die Anteile an der aufgebrachten Lohn- bzw. Einkommenssteuer Geld in das Stadtsäckel. Nicht nur mit Betrieben kann eine Stadt also zu Geld kommen!
Außerdem kam mit den neuen Bewohner auch eine gewisse Kaufkraft in den Ort. Viele Hinzugezogene haben mittlerweile ihre Stammgeschäfte in Waltrop gefunden. Das ist gut so, es bewahrt die Innenstadt vor einer schnelleren Verödung.
Nun meinen einige Politiker, durch den newPark können man die Zahl der Pendler und somit auch die Zahl der ein- und ausfahrenden Fahrzeuge im Ort verringern. Leider sind sich diese lokalpolitischen Größen nicht darüber im klaren, um welche Arbeitsplätze es sich handelt. Die neuen Bewohner arbeiten auf Zechen, bei Chemie-Unternehmen und Pharma-Firmen, in Krankenhäusern, Finanzämtern, großen Schulen, Bezirksregierungen u.a.m. Alle diese Arbeitsplätze werden im newPark mit Sicherheit nicht
angeboten. Und wer möchte schon unter Tarif bezahlter Gabelstaplerfahrer im newPark werden?

Unternehmeroase
In dieser Oase newPark zahlen die Unternehmen keine Gewerbesteuer. Es wird mit steuerrechtlichen Vorteilen, niedrigen Arbeitslöhnen, Leiharbeit und geringen planungsrechtlichen Vorgaben geworben. Jedem Gewerkschaftler kann bei diesem Konzept nur Angst und Bange werden. Bekommen wir also demnächst die Betriebe in die Rieselfelder, denen an anderen Standorten zu hohe Auflagen gemacht werden?
Neben diesem Konzept gibt es bisher aber keine Zusagen oder Optionen von interessierten Firmen. Ist der newPark eine Luftblase?

Größe der Betriebe
Laut LEP soll die Mindestgröße für Betriebe 80ha betragen. Im newPark sollen aber die Betriebe kleiner als 10ha sein. Wie das? Der newPark zählt insgesamt als großer Betrieb. Er enthält aber letztlich viele kleine Betriebe, die genauso gut einzeln im Leveringhäuser Feld oder am Nierhoff-Hafen angesiedelt werden können. Also, es gibt keine große Industrie in der Region, sondern eine riesiges Gewerbegebiet. Der newPark ist eine Mogelpackung!

Apropos Industrie. Die letzte Industrie-Ansiedlung im Ruhrgebiet fand 1961 statt, damals kam Opel nach Bochum. In den Jahren danach haben alle Städte des Ruhrgebietes nur Industrie verloren: Victor-Chemie in Castrop-Rauxel, Krupp in Bochum und Essen, Hoesch in Dortmund. Diese Flächen sind bis heute in weiten Teilen ungenutzt. „In keiner Region gibt es so viele Brachflächen wie im Ruhrgebiet“ (Originalton Montan-Grundstücks-Gesellschaft MGG)!
Die Zeit der Industrialisierung ist vorbei! Arbeitsplätze werden heute im Bereich der Neuen Technologien, aber noch mehr im Bereichen Dienstleistungen, Freizeit, Sport und Umwelttechnologien geschaffen ( siehe: link www.arbeitsmarkt.de).
Das Konzept newPark ist überholt, es wird unserer Region keine neuen Arbeitsplätze bringen, sondern nur Betriebe zur Verlagerung in die Oase ermuntern. Damit fallen an anderen Orten wieder Arbeitsplätze weg!

Natur- und Landschaftsschutz
New ParkDie Fläche des newPark ist größer als die Fläche der bebauten Stadt Waltrop (siehe Karte rechts).

„Die Fläche der Rieselfelder ist eine große, ungestörte Naturlandschaft mit Landschaftsbildern, die in der Region nahezu einmalig sind.“ Dieses in der Umweltverträglichkeitsstudie so gelobte Gebiet soll einem großen Gewerbepark weichen. Anstelle eines hervorragenden Naherholungsgebietes nicht nur für die Waltroper und Dattelner Bevölkerung werden hier demnächst Autoabgase und Emissionen der Betriebe die Luft verpesten. Hier wird planmäßig wertvolle Landschaft zerstört!

Von den 35 haupterwerblichen landwirtschaftlichen Betrieben in diesem Gebiet werden 31 Betriebe ganz oder teilweise betroffen sein. Diese planmäßige und weiträumige Zerstörung der Landwirtschaft in unserer Region können und dürfen wir nicht hinnehmen! Waltroper Spargel kann dann zukünftig nur noch neben der autobahnähnlichen B474n angebaut werden. Guten Appetit!

Der Bau von B474n und newPark wird auf dem Rücken vor allem der Waltroper Bevölkerung ausgetragen. Das können wir nicht hinnehmen!

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5. Weitere Informationen

Für weitere Informationen zum Thema newPark empfehlen wir Ihnen folgende Adressen:

www.newpark.de
Informationen zur geplanten Vermarktung

www.ihk-nordwestfalen.de
Warum in NRW ein newPark fehlt

www.b474n.de/archiv/newpark
Eine große Sammlung aller Pressartikel zu dem Thema.

www.gruene-waltrop.de
Eine ausgezeichneten Zusammenstellung der Sachargumente

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